Sind Regeln zum Mindestabstand ein antiquiertes Mittel?

Ab dem 1. Juli 2021 greift aller Voraussicht nach die neue Glücksspielregulierung. Online-Casinos und –Poker sind dann offiziell erlaubt. Und die Branche jubelt. Die ganze Glücksspielbranche? Nein! Denn während das Online-Business als großer Gewinner hervorgeht, könnten die landbasierten Spielotheken das Nachsehen haben. Denn hier halten die Bundesländer noch immer am Mindestabstand fest. Meist sind es 500 Meter Luftlinie, die zwischen zwei Etablissements dieser Art liegen müssen. Hier findet eine schwer erklärbare Benachteiligung statt.

Mindestabstand bei Spielotheken

Spielotheken sollen künftig 500 Meter Luftlinie trennen. Ist diese Regel noch zeitgemäß? Bild: Shutterstock.com

Laut dem Automaten-Verband Baden-Württemberg ist diese Regelung antiquiert: „Im digitalen Zeitalter sind Mindestabstände bei Spielhallen absurd. Wir brauchen eine Regulierung nach Qualität, nicht mit dem Zollstock.“ Dieser Argumentation lässt sich schwer etwas entgegensetzen. Gerade jetzt, wo der Weg für die legalen Online-Spielotheken freigemacht wird, wollen einige Bundesländer bei der Umsetzung der Mindestabstände durchgreifen. Die Folge: Spielhallen müssen schließen. Unternehmer verlieren ihre Existenzgrundlage. Angestellte fürchten um ihre Jobs. Und der Mindestabstand wird online oder über den Schwarzmarkt umgangen.

Treibt der Mindestabstand die Spieler zum Online-Glücksspiel?

Was passiert, wenn Mindestabstände eingesetzt werden? Auf Basis qualitativer Richtlinien wird zunächst entschieden, welche Spielotheken ihre Pforte schließen müssen. Erfüllen alle Firmen die Auflagen, so gibt es einen Kriterienkatalog abzuarbeiten. Letztlich bleibt auf eine Distanz von 500 Metern Luftlinie jeweils nur ein Etablissement mit Slots übrig. Und hier greifen ja generell per Gesetz noch weitreichendere Vorschriften – wie die Anzahl der erlaubten Geldspielgeräte. Kurz gesagt: Das Angebot ist ohnehin schon weniger umfangreich als im Word Wide Web.

Und jetzt findet sogar noch eine Verknappung der Räumlichkeiten statt. Wenn es das vordergründige Ziel ist das Stadtbild von Spielotheken zu befreien, dann mag dies gelingen. Doch sollte das primäre Ziel der Spieler- und Jugendschutz sein. Und hier könnte das Konzept versagen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Kunden ins Internet abwandern, ist groß. Hinzu kommt das bis zu 8.000 Arbeitsplätze in der deutschen Automatenbranche auf dem Spiel stehen. Denn ca. 80 Prozent der Spielotheken würden zum 1. Juli 2021 schließen müssen. Denn der Mindestabstand greift nicht nur zu anderen Spielotheken, sondern ebenso zu Jugend- und Schuleinrichtungen.

Abwanderung in den Schwarzmarkt: Die doppelte Gefahr

Wenn das legale Angebot dem Marktinteresse nicht mehr gerecht wird, dann ist eine Abwanderung in den Schwarzmarkt naheliegend. In Berlin ist dies schon zu beobachten, wie das SWR berichtet. Nachdem dort Spielotheken im großen Stil geschlossen wurden, öffneten sich die Hinterzimmer beispielsweise in Shisha-Bars. Dort findet dann Automatenspiel ohne Regulierung statt. Hier wäre wieder ein größerer Aufwand nötig, um diese illegalen Spielhöllen zu entdecken und auszuheben. Außerdem wird dort nicht auf das Alter kontrolliert oder auf eine etwaige Spielsucht geachtet.

Doch der Schwarzmarkt ist ebenso im Online-Business ein Thema. Den Mindestabstand gibt es hier zwar nicht. Allerdings soll im legalen Markt derzeit auf Roulette und Co – die Tischspiele – verzichtet werden. Es bleiben nur die Slots übrig. Ausländische Operatoren haben die Table Games aber noch im Angebot gelistet. Daher orientieren sich derzeit viele Spieler in Richtung der unlizenzierten Angebote. Erneut haben Anbieter, die sich der deutschen Regulierung unterwerfen, eigentlich nur Nachteile.

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